Ahoi auf der Lädine! An Bord des einzigen „segelnden Fahrgastschiffs“ am Bodensee

Shownotes

Früher ging es um schwere Lasten, heute um einmalige Erlebnisse: Die Lädine macht eine Bootsfahrt auf dem See zu etwas ganz Besonderem!

Alle Infos zu den Themenfahrten und Angeboten findet Ihr hier: Lädinenfahrten😊

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00:00:02: Hallo und herzlich Willkommen zum Bodensee Podcast, der Podcast von Echt Bodensee.

00:00:07: Auf dem Bodensee unterwegs sein, da gibt es viele Möglichkeiten!

00:00:11: Von den großen Ausflugsschiffen der weißen Flotte über die privaten Segler oder Motorboote bis hin zum Tretboot, das man sich einfach mal ausleihen kann um für eine Weile selbst in See zu stechen.

00:00:24: Die Lädine, um die es uns heute geht, ist allerdings einmalig.

00:00:28: Der Nachbau eines historischen Lastenseglers, wie es sie früher am Bodensee gab, ist das einzige Segelschiff für Fahrgäste im Dreiländereck.

00:00:36: Ein vielfältiges Angebot lockt immer mehr Gäste an

00:00:39: zum Beispiel

00:00:39: wenn es für kleine Piraten mit der Lädine

00:00:41: auf Schatzsuche

00:00:42: geht oder wenn sie anlässlich des

00:00:44: Seenachtsfestes

00:00:45: in der Dunkelheit zum großen Feuerwerk fährt.

00:00:50: Wir haben im Immenstaad ganz nah am Wasser mit dem Skipper der Lädine gesprochen.

00:00:54: Benno Lindenkamp betreibt das Schiff als Pächter und ist selbst am Steuer, wenn es die Segel setzt.

00:01:02: Hallo Herr

00:01:02: Lindenkamp Hallo!

00:01:04: Ich bin jetzt gerade eingestiegen mit, es geht um die Lädine.

00:01:08: Wenn das den Gästen nicht so geläufig ist, direkt zum Start: Was ist eine Lädine?

00:01:11: Was ist eine

00:01:12: Lädine?

00:01:13: Lädi ist, kommt aus dem Alemannischen heißt Last oder Ladung.

00:01:17: Die Lädine ist ein Lastensegler historisch gesehen und unsere Lädine hier in Immenstaad ist der Nachbau eines Lastenseglers und zwar gleich mit dem Ziel Gäste zu transportieren.

00:01:31: Wir sind also nicht wirklich ein Lastensegler, wir sind jetzt ein Fahrgastschiff ganz im Stil der Lastensegler, wie sie zwischen vierzehnhundert und neunzehnhundert, auf

00:01:41: dem

00:01:41: Bodensee gefahren sind.

00:01:43: Das heißt es ist ein historisches Vorbild wenn man so möchte?

00:01:46: Wir

00:01:46: haben einen historisches Vorbild, ein sehr konkretes, 

00:01:48: das kommt auch aus Immenstaad.

00:01:51: Und jetzt haben wir das halt weiterentwickelt

00:01:54: zum Fahrgastschiff und zu einer touristischen Attraktion.

00:01:56: Ich wollte gerade sagen, eine richtige Attraktion!

00:01:58: Es geht nicht mehr wie jahrhundertelang um die Lasten, die von Ufer-zu-Ufer zu transportieren waren, sondern heute geht es um die Gäste.

00:02:05: Eine touristische Attraktion.

00:02:07: Was macht den Reiz der Lädine aus?

00:02:08: Was bieten Sie den Gästen?

00:02:10: Wir bieten ihnen das Wasser, wir bieten ihnen den Horizont, wir bieten ihnen die Sonne. Mitten im Sommer manchmal bei etwas wenig Wind, 

00:02:18: dann wird's ein bisschen wärmer auf der Lädine.

00:02:20: Jetzt Mai, später im Oktober ist es dann auch wieder etwas kühl.

00:02:26: Dafür haben wir Decken an Bord.

00:02:28: Wir bieten einfach ein Segelerlebnis, ein sicheres Segelerlebnis, bei dem Kinder auch Erwachsene teilnehmen können beim Segelsetzen und Segelbergen. Ein bisschen ein Gefühl bekommen für das wie es früher mal war.

00:02:42: Das Segeln, wie es früher mal war.

00:02:43: Sie sind, glaube ich, wenn ich da richtig liege, das einzige segelnde Fahrgastschiff auf dem Bodensee?

00:02:48: Wir sind das einzige segelnde Fahrgastschiff.

00:02:52: Es gibt andere Segelschiffe die auch kommerziell fahren, die auch mit Gästen fahren, aber die haben eine Sportbootzulassung. Fahren auch meistens wesentlich sportlicher.

00:03:03: Wir sind etwas behutsamer, etwas mehr geeignet für große Kindergruppen, Kindergärten, Schulen etc.

00:03:09: Bleiben aufrecht, legen uns nicht so auf die Seite wie ein sportliches Segelboot.

00:03:14: Deshalb eben die Eignung als Fahrgastschiff.

00:03:17: Das Schiff trägt den Namen St. Jodok?

00:03:20: Ja, St. Jodok ist der Schutzheilige der Seefahrer und der Fischer hier auf dem Bodensee.

00:03:26: St. Jodok ist auch eng mit Immenstaad verbunden und deshalb hat man das Schiff auf diesen Namen getauft.

00:03:33: Ich habe ein bisschen was dazu gelesen im Vorfeld.

00:03:35: Das ist ja eine ganz spannende und lange Geschichte, wie es dazu kam, dass dieses Schiff nachgebaut werden konnte.

00:03:41: Vielleicht können Sie uns da ein bisschen...

00:03:43: Ja das hat angefangen, 

00:03:44: ungefähr neunzehnhundertachtzig. In der Zeit ist unser Vereinsgründer gelegentlich mal den Urlaub gefahren nach Norwegen nach Schweden und hat gesehen wie die Schweden ihre alten Wikingerschiffe nachbauen und dann auch mit Touristen in die Gewässer um Stockholm herum ausfahren.

00:04:04: Und man hat neunzehnhundertachtzig, hier vor Immenstaad, vor dem Freibad Aquastaad im Uferkies eine Lädine gefunden.

00:04:14: Hat sie dann ausgegraben, archäologisch korrekt konserviert und dieses Schiff liegt jetzt im Archäologischen Museum in Konstanz.

00:04:23: Unser Vereinsgründer Rolf Hiß hat da eben eins und eins zusammengezählt und hat gesagt, das fehlt uns doch am Bodensee!

00:04:31: Und dann hat man angefangen zu recherchieren, wie sahen die Lädinen denn wirklich aus?

00:04:35: Was haben sie transportiert?

00:04:36: Was könnte man darüber erzählen und dann später konkreter was muss man denn anpassen, damit Sie als Fahrgastschiff fahren können?

00:04:45: Und das hat zehn Jahre gedauert, 

00:04:47: einschließlich der Suche nach Sponsoren.

00:04:50: Und in neunzehnhundertachtundneunzig hat man dann angefangen das Schiff zu bauen.

00:04:54: Neunzehnhundertneunundneunzig ist es zu Wasser gelassen worden und seitdem fährt es mit Fahrgästen auf dem Bodensee.

00:05:02: Man braucht damals einen langen Atem, bis es überhaupt dann zum Bau des Schiffes kam?

00:05:06: Man

00:05:06: braucht einen langen Atmen, man braucht viele Freunde, man hat einen Verein gegründet, damit da auch wirklich genügend Gehirnschmalz zusammenkommt, sag ich jetzt mal. Motivation zusammen kommt, dass man sich gegenseitig ein bisschen pusht, dass man an dem Projekt dranbleibt und das haben die damals geschafft und haben es auch verwirklicht.

00:05:26: Und bis heute ist die St.

00:05:27: Jodok auf dem See unterwegs, dasselbe Schiff?

00:05:30: Es

00:05:30: ist ein und dasselbe Schiff.

00:05:31: Es wird immer wieder gepflegt.

00:05:33: Es kommt alle fünf Jahre mal raus aus dem Wasser, dann kommt die Seefahrtsstelle vom Landratsamt

00:05:40: Friedrichshafen, kontrolliert auch das Unterwasserschiff.

00:05:44: Wir haben jährliche Kontrollen über Wasser, sodass wir als Fahrgastschiff eben sicher unterwegs sein können.

00:05:50: Safety first wahrscheinlich, das gilt auch für die Lädine.

00:05:53: Ich dachte einfach nur, weil es was ganz anderes ist, als wenn man ein zeitgemäßes Schiff baut, dass man wahrscheinlich vor ganz anderen Herausforderungen steht, wenn man es historisch annähernd korrekt nachbauen möchte, aber dann natürlich modernen Anforderungen genügen

00:06:05: muss.

00:06:06: Es gibt wenige Schiffe, die wirklich originalgetreu nachgebaut werden.

00:06:12: Es gab ein paar römische Schiffe, die von der Universität Trier nachgebaut wurden, wo alte Handelsrouten auch abgesegelt wurden.

00:06:21: Aber auch diese Leute haben letztendlich elektrischen Strom an Bord, haben ein Funkgerät dabei, haben Navigationslampen an Bord.

00:06:29: Es geht nicht mehr hundert Prozent original.

00:06:31: Man kann die Zeit nicht zurückschrauben, das machen wir auch

00:06:33: nicht.

00:06:33: Ich wollte gerade sagen, das ist auch nicht das Ziel?

00:06:35: Man möchte wahrscheinlich auch einen gewissen Komfort dann auf dem Wasser haben?

00:06:38: Man braucht einen gewissen Komfort und das Ziel hier ist halt einfach mit Gästen auszufahren und nicht Getreidesäcke zu verladen oder Sandsteine aus Rorschach oder Schweiz nach Deutschland zu bringen.

00:06:50: Wir wollen ein bisschen Spaß haben auf dem Wasser. Wir wollen diesen Spaß auch vermitteln, wir wollen segeln. Und ich glaube, das können wir mit der Lädine wirklich ganz gut machen.

00:06:59: Da muss ich jetzt natürlich nachfragen... Sie sind offiziell der Pächter der Lädine?

00:07:03: Sie sind aber selber auch der Kapitän oder Skipper?

00:07:06: Wir hatten es vorher im Vorgespräch schon davon!

00:07:08: Wie sind sie dazugekommen?

00:07:10: Ist es ein Traumjob?

00:07:11: Wie ging das?

00:07:12: Ja wie kam ich zur Lädine?

00:07:12: Das ist eine sehr lange Geschichte.

00:07:15: Es gibt einen Verein, der nennt sich Tioga e.V. und er hat ein anderes Schiff, ein Zweimaster. Der ist genauso lang wie die Lädine, etwas schmaler, ein Herreshoff Design, das wird den Segel-Enthusiasten etwas sagen.

00:07:29: Es ist ein sehr sportliches Schiff und auf dem Schiff habe ich eigentlich gearbeitet. Und der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben mit benachteiligten Menschen zu segeln.

00:07:41: Das Landratsamt hat gesagt, könnt ihr machen, aber nur wenn der Schiffsführer einen Fahrgastschifferpatent hat.

00:07:48: So, jetzt wollte ich dieses Fahrgastschifferpatent bekommen.

00:07:52: Und da habe ich zum einen mal in Überlingen bei Clemens Mauch sehr viele Fahrten zur Übung gemacht und bin dann noch auf die Lädine gegangen,  weil ich eben auf einem segelnden Fahrgasschiff meine Prüfung machen musste.

00:08:04: Die Tjoga ist kein Fahrgastschiff, aber für den Schiffsführer war halt die Anforderung da.

00:08:13: Dann kam ich in Kontakt mit der Lädine, mit dem Lädinenverein und es hat sich herauskristallisiert, dass es eigentlich ... in der Zeit ein paar Leute zu wenig gab, die sich ausm Verein heraus, um die Hardware vom Schiff gekümmert haben.

00:08:29: Und ich kam selber aus dem Bootsbau.

00:08:31: Ich bin Ingenieur, da war ich also genau richtig und so kam man erst in die Restaurationen und in die Erhaltung der Lädine und dann später stand irgendwann zur Diskussion.

00:08:44: Ändert man etwas am Betrieb?

00:08:48: Soll man es neu verpachten, soll der Verein es selber betreiben?

00:08:51: Und letztendlich war's dann so, dass ich der neue Pächter wurde.

00:08:56: Meine Verpflichtung ist das Schiff zu erhalten, oberhalb der Wasserlinie. Unterhalb der Wasserlinien kümmert sich der Verein, das ist also eine Arbeitsteilung.

00:09:04: Und ja jetzt kann man jeden Winter schleifen, lackieren und jeden Sommer auf dem Bodensee spazieren fahren.

00:09:12: Das klingt ganz entspannt, jeden Sommer auf dem Bodensee spazieren fahren.

00:09:15: Die Saison hat jetzt begonnen Anfang Mitte Mai, ziemlich busy wahrscheinlich, wie man neudeutsch sagt.

00:09:21: Das

00:09:21: geht hier ziemlich rund.

00:09:23: Also die Hintergrundarbeit ist alles andere als entspannt.

00:09:26: Ich bin froh, wenn ich auf dem Schiff bin und das machen kann, 

00:09:30: was ich richtig gut machen kann, was ich richtig gern mag. Hilft aber nichts,

00:09:34: man muss sich eben auch um das Vorfeld kümmern, um die Absprachen mit Gästen um die Charter.

00:09:40: Wir verchartern ganz gerne an eben Schulklassen, Kindergärten, an Firmen, die Betriebsausflüge machen wollen,  haben öfters mal ein Jubiläum, einen runden Geburtstag, den wir mit den Gästen zusammen an Bord feiern.

00:09:55: Und das alles macht eine große Menge Arbeit im Hintergrund.

00:10:00: Das Schiff wird immer beliebter. Die Arbeit hat sich jetzt drei Jahre hintereinander erhöht, die Beliebtheit hat sich erhöht, es gibt immer mehr Dinge abzustimmen.

00:10:10: Ich habe erfreulicherweise eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter gefunden, die mich da auch im Büro unterstützen.

00:10:17: Es muss einfach schön sein, es muss bequem sein, es muss Spaß machen.

00:10:23: Und früher vor vierhundert Jahren hat Lädine fahren sicher nicht nur Spaß gemacht!

00:10:30: Das glaube ich wohl, wenn es heute nun Spaß machen kann und soll und das ja auch ihr Ziel ist.

00:10:35: Wie muss ich mir so eine Fahrt vorstellen?

00:10:37: Sie haben gesagt, es sind verschiedene Angebote, aber die Ausfahrt ist ja wahrscheinlich immer erwartet jeden dasselbe.

00:10:42: Wie läuft das ab?

00:10:43: Die Ausfahrt selber ist relativ ähnlich.

00:10:46: Da unterscheiden wir zwischen Fahrten mit Kinderprogrammen, normalen Rundfahrten auf denen dann auch ein Vortrag gehalten wird über die Historie der Lädinen.

00:10:57: Ich als technikaffiner Mensch spanne dann meistens noch den Bogen und erkläre auch, was denn das Ende der Lädinenschifffahrt eingeleitet hat.

00:11:06: Da kommen wir dann über die Dampfschiffahrt zur Dieselschifffahrt.

00:11:09: Und es gibt dann noch ein paar Highlights.

00:11:12: Das sind dann die Feuerwerksfahrten zum Seehasenfest nach Friedrichshafen, zum Uferfest nach

00:11:19: Langenagen, 

00:11:19: zum Seenachtsfest nach Konstanz.

00:11:22: Da wird es dann ganz besonders, da wird es dunkel.

00:11:25: Da fahren wir mit einem vollbesetzten Schiff durch die schwarze Nacht und die Stimmung ist dann schon nochmal eine ganz andere.

00:11:33: Das ist ja ein extrem vielseitiges Angebot, das Sie haben.

00:11:37: Also vielleicht ist die Fahrt an sich, so wie ich das jetzt selber als Laie formuliert habe, immer ganz ähnlich.

00:11:42: Aber das sind ja ganz unterschiedliche Anforderungen auch für sie als Gastgeber, wenn sie mit Kindern zu tun haben, wenn's nachts rausgeht.

00:11:48: Wie kriegen sie das alles unter einen

00:11:49: Hut?

00:11:50: Ja, man muss da ein bisschen vorausdenken.

00:11:52: Und wenn man dann eben so Fahrten hat wie die Nachtfahrten, dann fährt man eben nicht wie pflichtgemäß mit einem Matrosen, sondern hat man vielleicht zwei, manchmal sogar drei Matrosen dabei, damit man einfach für alle unerwarteten Vorfälle gut gerüstet ist.

00:12:08: Wenn sie viele Kinder an Bord haben, müssen wir die vorher alle mit einer Rettungsweste einkleiden, machen wir normalerweise nicht, weil dann Fahrgastschiff sind.

00:12:16: Aber wenn Sie mal eine ganze Schulklasse an Bord haben oder einen ganzen Kindergarten, wo dann auch mehr Dynamik aufkommt, dann wollen sie die vorher schön mit orangen Westen einkleiden.

00:12:25: Dann sieht man sie besser, wenn sie ins Wasser fallen.

00:12:27: Bisher ist noch niemand in das Wasser gefallen.

00:12:29: Ich soll auch gerne so bleiben!

00:12:32: Aber wenn wir eine Schatzsuche machen und zum Beispiel mal so ne Schatztruhe heimlich über Bord werfen und die Kinder müssen gucken, wo schwimmt hier was auf dem Wasser?

00:12:41: Und dann sehen sie es irgendwann und müssen dem Rudergänger Anweisungen geben, ob er nach Steuerbord oder nach Backbord lenken muss.

00:12:49: Dann laufen da ganz schnell mal zehn, zwanzig Kinder von einer Seite zur anderen.

00:12:54: Da wollen sie natürlich nicht unterbesetzt sein.

00:12:56: Das muss man alles ein bisschen kontrollieren!

00:12:58: Es kommt doch glaube ich bei den ganz kleinen, bei die jungen Fahrgästen richtig gut an, so wie Sie das beschreiben?

00:13:03: Das

00:13:03: kommt richtig irre gut an.

00:13:06: Ich fange auch manchmal die Geschichte so an.

00:13:08: Also wenn jetzt mehr Seegang ist... Oder wenn es recht kalt ist, will ich diesen Schatz nicht ins Wasser werfen, 

00:13:14: dann machen wir eine trockene Schatzsuche und dann ist auf dem Schiff ein Schatz versteckt.

00:13:18: Und dann müssen die den überall auf dem Schiff suchen!

00:13:20: Wir haben noch einen relativ großen Raum unterm Deck vor dem Mast mit einem ganz kleinen Eingang.

00:13:27: Ich verkaufe das immer als Kinderzimmer.

00:13:28: Wir haben auf diesem Schiff auch ein Kinderzimmer, aber da darf man nicht rein.

00:13:32: Und spätestens nach diesem Satz will jedes Kind da rein und dann macht man so ein Spiel mit heiß-kalt und wo müssen sie suchen?

00:13:41: Und dann finden Sie irgendwann den Eingang.

00:13:45: Wenn der erste unten ist, will der zweite sofort hinterher und irgendwann sind zehn, fünfzehn Kinder einfach mal verschwunden!

00:13:52: Anfangs sind die Eltern erst so ganz vorsichtig.

00:13:55: Meine Kinder sind weg, ich sehe sie nicht mehr.

00:13:58: Was ist hier los?

00:13:59: Gelegentlich will dann auch mal ein Erwachsener hineingucken, um zu wissen, wo seine Kinder sind und die anderen Eltern, die lehnen sich ganz entspannt zurück und sagen endlich sind sie weg!

00:14:08: Ich kriege noch ein zweites Glas Wein.

00:14:11: Man merkt sie sprechen aus sehr viel Erfahrung.

00:14:14: Ja, die sammelt man so mit der Zeit.

00:14:15: Ich

00:14:16: habe auch den Eindruck, ... man muss auch einiges an Fähigkeiten mitbringen.

00:14:20: Sie sagten sie sind Ingenieur.

00:14:21: Wir haben jetzt über das Steuern des Schiffes gesprochen. Aber Sie sind auch Gastgeber. Sie müssen mit den Leuten können.

00:14:27: Die Gastgeberei habe ich tatsächlich erst auf der Lädine gelernt.

00:14:30: Also vorher bin ich ein ganz technikaffiner Mensch gewesen.

00:14:34: Ich war ein paar Jahre im Mittelmeer hab dort auf Yachten gearbeitet, Ausbildung gegeben, Urlaubsgruppen geskippert auf Yachten. Und nach drei, vier Jahren war mir das Mittelmeer einfach zu heiß.

00:14:47: Ich habe mir gedacht ich brauche was kühleres, der Bodensee ist genau richtig und da bin ich dann erst mal an den Bodensee gekommen und dann eben über viele, viele Umwege bis zur Lädine.

00:14:57: Wenn Sie aber den Vergleich haben. Passt es noch so mit dem ruhigeren Gewässer oder vermissen sie manchmal das Mittelmeer im Vergleich?

00:15:04: Ich gebe mir manchmal das Mittelmeer. Ich war dieses Jahr im Frühjahr zwei Wochen mit einer ganz netten Familie aus der Schweiz in Griechenland.

00:15:13: Da war dann anfangs gleich mal ein bisschen zu viel Wind und da hatte ich dann endlich meinen Wind, da hatte ich meine Wellen und danach geht es eben auf das noch größere Schiff, geht's zurück auf die Lädine, geht's zurück auf den Bodensee.

00:15:26: Und auch der Bodenseee kann manchmal ganz schön windig sein, kann richtig Welle haben.

00:15:31: Wir haben auch da ein paar Schlüsselerlebnisse schon gehabt.

00:15:34: Das ist das richtige Stichwort jetzt natürlich, das muss ich noch fragen.

00:15:37: In all den Jahren, die Sie schon hier zu See fahren auf dem Bodensee rausfahren, waren doch bestimmt ein paar brenzlige, spannende aber auch außergewöhnliche Momente dabei.

00:15:46: Wollen Sie uns ein zwei verrat-

00:15:48: en?

00:15:49: Kann ich Ihnen gerne verraten!

00:15:50: Nein wirklich brenzlige Situation haben wir nicht, aber Situationen die sich unerwartet entwickeln.

00:15:58: Und da ist es hier am Bodensee, der Klassiker.

00:16:00: Es ist ein Wind, der aufkommt und der schneller aufkommt als in den Wettervorhersagen.

00:16:07: Das ist sicher nicht klar, wie schnell das gehen kann.

00:16:08: Das ist vielen nicht klar, wie schnell das geht.

00:16:12: Man ist halt dann in der Fahrgastschifffahrt so ein bisschen in der Zwickmühle.

00:16:14: Man ist gerade losgefahren, die Fahrt soll eineinhalb Stunden dauern, die Fahrgäste haben vielleicht schon bezahlt.

00:16:21: Zieht man jetzt die neunzig Minuten durch oder kürzt man etwas ab?

00:16:25: Da muss man sich halt bei Bedarf für den Abkürzer entscheiden, weil es einfach durchzuziehen bis zum Schluss, 

00:16:32: ist nicht gut fürs Schiff, ist nicht gut für die Gäste.

00:16:35: und ja einmal sind wir ein bisschen in Welle reingekommen, da hat's geschaukelt, da sind auch ein paar Gläser umgefallen.

00:16:41: Aber wir hatten erfreulicherweise Gäste an Bord, die das richtig sportlich genommen haben, die waren total begeistert.

00:16:48: Und der Skipper hat sich schon längst gedacht, eigentlich sollte ich jetzt schon im Hafen sein. Aber keiner hat es gemerkt, alles gut.

00:16:56: Ist glaube ich ja kein Zufall, dass noch nichts passiert ist, weil wir das vorhin so beiläufig hatten.

00:17:01: Ja, man schaut sich morgens erstmal den Wetterbericht an und dann weiß man, was einen den Tag über so erwartet und gegebenenfalls ruft man dann noch ein Vereinsmitglied an und sagt, du kannst du heute nochmal mit aushelfen, 

00:17:12: es könnte ein bisschen eng werden und wenn man das schafft, das alles zu koordinieren, dann bleibt es safe und 

00:17:19: jeder hat seinen Spaß.

00:17:20: Ich merke sie sind auf alles vorbereitet.

00:17:23: Was wir mit der Lädine nicht dürfen ist von einem Schweizer Hafen in einen anderen Schweizer Hafen zu fahren.

00:17:29: Das dürfen Sie nicht?

00:17:29: Das

00:17:30: darf ich nicht. Das ist genauso wie der Flixbus, nicht an einer Haltestelle in der Schweiz Gäste aufnehmen darf und an der anderen wieder aussteigen.

00:17:37: Das ist ein innerschweizer Geschäft,

00:17:39: dazu braucht es eine Genehmigung, 

00:17:41: die haben wir bisher nicht bekommen.

00:17:43: Wir haben aber immer die Freiheit von Bregenz nach Rorschach zu fahren

00:17:47: Von

00:17:48: Romanshorn nach Friedrichshafen, selbst von Kreuzlingen nach Konstanz sind wir schon gefahren, damit wir eben nicht zweimal einen Schweizer Hafen anlaufen.

00:17:58: Der Teufel steckt auch auf dem Bodensee im Detail?

00:18:01: Absolut, absolut!

00:18:04: Benno Lindenkamp, der die Lädine hier in Immenstaad am Bodenseee betreibt.

00:18:08: Ganz herzlichen Dank für das Gespräch.

00:18:10: Ja ich bedanke mich auch.

00:18:14: Das war der Bodensee Podcast.

00:18:16: Ja und wenn ihr jetzt selbst mit der Lädine in See stechen wollt, beim Segelsetzen dabei sein, mit euren kleinen Piraten auf Schatzsuche gehen oder fürs Team eine ganz besondere Charterfahrt buchen möchtet, dann schaut wie immer in unsere Shownotes.

00:18:28: Dort findet ihr alle Links und Infos zum Fahrplan und zum Angebot der Lädine.

00:18:32: Mein Name ist Peter Meisterhans, ich sage Ahoi!

00:18:35: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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