Zauber am seidenen Faden

Shownotes

Seit mehr als 25 Jahren begeistern Bernhard Leismüller und sein Team die Zuschauer mit ihrem faszinierenden Puppenspiel. Wenn sich der Vorhang hebt und die Musik erklingt, scheint die Illusion von Lebendigkeit perfekt. Das ändert sich auch nicht, wenn man nach der Vorstellung einen Blick hinter die Kulissen werfen darf. Im Gegenteil!

Alle Infos zur Lindauer Marionettenoper und zum Programm findet Ihr hier: www.marionettenoper.de

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Transkript anzeigen

00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zum Bodensee-Podcast, der Podcast von Echtbodenseel.

00:00:07: Wir möchten euch heute

00:00:08: entführen

00:00:09: in eine ganz besondere Welt!

00:00:11: Wir sind in Lindau auf der Insel und dort zu Gast im wunderschönen Marionettenupper.

00:00:16: Seit über twenty fünf Jahren begeistern diese Figuren an seinen Fäden schon die Publikum Hier im ehrlichen Stadttheater Lindauß, das einmal eine Kirche war und wo

00:00:28: heute die

00:00:28: Bretter liegen, wie man beim Theater sagt.

00:00:33: Bernhard Leißmüller ist der Gründer- und Leiter der Marionetten-Umpfer

00:00:37: und er

00:00:38: mag uns ein bisschen verraten, wie seine kunstvollen Puppen

00:00:41: Abend

00:00:41: für Abend zum

00:00:42: Leben erwachen.

00:00:43: Warum die

00:00:44: Art und Weise,

00:00:45: wie

00:00:45: in Lindau gespielt wird, inzwischen UNESCO Weltkulturerbe ist?

00:00:49: Und warum

00:00:50: er seine

00:00:50: Puppe – und das sind einige – fast vollständig in Handarbeit herstellt!

00:00:57: Hallo Bernhard.

00:00:57: Hallo, herzlich willkommen!

00:00:59: Ja schön dass wir bei dir sein

00:01:00: dürfen

00:01:01: und ich muss jetzt einfach mal zum Einstieg fragen was ist eine Marionettenoper?

00:01:05: Bernhard für alle die damit mit dem Begriff nichts anfangen können

00:01:09: Also wir sind eigentlich ein ganz gewöhnliches Maronettentheater aber was eben nicht so gewöhnlich ist ist, dass wir hauptsächlich Musiktheater machen.

00:01:18: Wir bewegen unsere Maronetten zu Musik meistens Opern aber auch Operetten.

00:01:24: Wir haben sogar ein Ballett und ganz die Musiktheatre verschrieben.

00:01:29: Denn viele unserer Kolleginnen und Kollegen an anderen Maronneten hatten ein anderes Reparat.

00:01:34: Aber es ist so mein Herzensanliegen mit den Maronneten Musiktheaters zu

00:01:39: machen!

00:01:39: Das heißt, da steckt ein bisschen das Besondere drin.

00:01:41: Dass es eine Marionettenoper ist und nicht in ganz dicken Anführungszeichen nur einen Marionettentheater sondern dass ihr unterschiedliche Stücke auf die Bühne bringt?

00:01:50: Ja wir haben ganz bewusst eben dieses Musiktheater haben wollen denn der Ursprung wenn ich da schon mal ausholen darf des Marionettenteaters ist eigentlich nicht mein Kindertheater.

00:02:02: Das Handwerk des Marionetenspiels ist ein bissel anders wie jetzt zum Beispiel das Handpupenspiel Also ein klassisches Kaspartheater erfordert von der Person, die es macht.

00:02:14: Eine Supersprachbildung muss spontan sein, muss Geschichten erzählen können – das ist alles bei den Maronetten natürlich auch der Fall.

00:02:23: aber schon lange, lange wird nicht mehr live beim Maronettenteater gesprochen oder gesungen.

00:02:29: Seit des Tonaufnahmen gibt, wird auf Tonaufnahme zurückgegriffen und deswegen ist bei uns der Schwerpunkt über die Fäden mit den Händen, die Puppe zu steuern.

00:02:43: Man sagt dass das so in der Art in Italien entstanden ist und heutzutage in Italienne ist es immer noch dort so Tradition relativ häufig nur Erwachsene sieht in den Vorstellungen.

00:02:55: Also gerade die Kollegen in Palermo zum Beispiel, die zeigen große Kriege und Schlachten mit ihren ganz großen Maronetten.

00:03:02: Die haben Rüstungen an Schwärter Schilder und schlagen da aufeinander ein.

00:03:06: also das hat überhaupt nichts Infantiles oder Liebliches.

00:03:10: im Gegenteil Das ist eigentlich so der Ursprung wie wir es Maronettenspiel heute kennen.

00:03:18: Und das ist also ein bisschen meine eigene Geschichte, ich wollte eben auch diesen Beruf erlernen weil ich mal gesehen habe wie Oper mit Maronetten

00:03:27: funktioniert.

00:03:28: Also ich hab auch als Kind schon einen maronetten Theater mit Märchen, also Märchenstücke gesehen.

00:03:35: aber der magische Moment für mich sage immer war was ich das erste Mal eben eine Oper gesehen habe mit Marонetten und deswegen wollte die sein Linder

00:03:44: machen.

00:03:45: Also das heißt du hast als Kind selbst, aber gerade kein, wie du es genannt hast, Kasperletheater gesehen.

00:03:50: Sondern eben eine Marionettenaufführung die nicht sich an Kinder in erster Linie gerichtet hat und das war für dich der Reiz?

00:03:59: Ja!

00:04:00: Die Kombination aus Musik- und Marionette war für mich immer schon des Faszinierens denn Ich habe als Spieler ganz andere Möglichkeiten, mich zu einer Aree zu bewegen.

00:04:11: Als wenn ich jetzt einen Monolog halte.

00:04:14: Da kann man einfach viel tänzerischer, pantomimischer arbeiten und der Maronette mehr entlocken ohne das jetzt zu werten.

00:04:23: also wir haben auch Schauspielstücke bei uns im Programm.

00:04:25: die sind nicht leichter als eine Oper zu spielen.

00:04:28: da ist der Schwerpunkt ein anderer.

00:04:29: aber die Möglichkeiten der Technik sind natürlich... Und für mich ist alles technisch, eine größere Herausforderung und das war es was mich so fasziniert hat.

00:04:42: Ich komme ursprünglich aus Bartholz.

00:04:43: da gibt's schon seit über hundert Jahren einen maronetten Täter und die spielen fast ausschließlich Märchen und ich habe ja als Kind schon mit viel Begeisterung zugeschaut.

00:04:53: aber wie gesagt das Besondere war dann dass ich das erste mal in der U-Bahn gesehen hab und mich spricht es einfach mehr an wenn was gut gemacht ist, alles schön ist.

00:05:07: Also sowohl Märchen als auch Europäer.

00:05:09: Du hast gerade gesagt für dich es alles technisch ich weiß ja schon ein bisschen was.

00:05:13: das hat den Hintergrund dass du glaube ich für die Herstellung dieser Vielzahl an Puppen da müssen wir auch noch drauf kommen.

00:05:20: Es sind Jahrhunderte Figuren die ihr habt, dass du vieles selbst in Handarbeit herstellst?

00:05:25: Genau der Puppebau ist meine Aufgabe.

00:05:28: Die Köpfe der Figuren kommen allerdings immer von einer Person die sie schnitzen.

00:05:33: Je nachdem wie der Stil des neuen Stück sein soll, entscheiden wir uns dann eben für die Person, die die Köpfe machen darf.

00:05:40: Aber alle anderen Arbeitsschritte passieren bei mir in der Werkstatt also den eigentlichen Puppenbau, die Körper, die Hände und die Schuhe Die Bemalung der Maronetten auch die Kostümierung das ist alles bei mir an der Werkstadt denn wir wissen natürlich am besten oder?

00:05:57: in dem Fall ich, was am Ende die Figur auf der Bühne zeigen soll wie sie aussehen soll und was sie umsetzen muss.

00:06:05: Weil natürlich gibt es in jedem Stück.

00:06:07: Charaktere die etwas besonderes können müssen zum Beispiel ein Rad schlagen oder etwas über die Bühnen tragen und oft ist das dann so wenn die Figuren nicht baulich berücksichtigt hat, dass sie das kann.

00:06:22: Dann ist es später auch nicht nur noch schwer zu realisieren.

00:06:25: Also muss man eben schauen, dass man schon beim Bauen weiß wie soll sich ausschauen was muss ich können und deswegen habe ich gesagt, das ist alles technisch und das ist aber halt das Besondere.

00:06:36: Es geht mir ja nicht nur darum schön mit schönen Figuren zu spielen sondern eben auch die Herstellung dieses Handwerk zu erhalten und zu bewahren.

00:06:46: Natürlich könnte man heutzutage auch im Dreidedrucker was machen lassen oder vielleicht jemandem damit beauftragen.

00:06:52: Aber in meiner Philosophie, wie ich mir dieses Theater vorstelle ist es schon so dass das im Haus entsteht.

00:07:00: also wir kaufen nicht etwas ein und benutzen das dann sondern in der alten Traditionen der Bupenspieler die haben immer ihre Figuren selber gemacht das Bühnebild selbst bemalt ohne nachdem wie die Fähigkeiten der Personen im Team waren ist dann am Ende ein Ergebnis rausgekommen.

00:07:17: Und so schwebt mir das auch vor, es hat natürlich einen finanziellen Hintergrund, dass wir uns das ja schon gar nicht leisten könnten da jetzt.

00:07:24: Wundertausende für so eine Produktion auszugeben.

00:07:27: Aber es ist natürlich schon ein bisschen Eitelkeit von mir, das einfach selber zu machen.

00:07:32: Ja aber ich habe wie gesagt schon Blick drauf werfen dürfen.

00:07:35: du sagst Eiteligkeit, aber ich finde das extrem beeindruckend.

00:07:38: also

00:07:39: auch

00:07:39: was man können muss.

00:07:41: Das sind halt die punktvollen Kostüme, die nähst du dann selbst?

00:07:44: Ja, also es beginnt immer mit einer Zeichnung auf Papier.

00:07:48: Man muss natürlich als allererstes sich mal für ein Stück entschieden haben.

00:07:51: dann ist das alles ganz lange theoretisch.

00:07:54: man überlegt sich für jede Szene was soll in der passieren?

00:07:58: Was wollen wir zeigen?

00:07:59: weil all das müssen wir ja dann herstellen.

00:08:01: oft ist inszenatorisch es auch gefragt, dass man zum Beispiel eine Figur in verschiedenen Kostümen auf der Bühne sieht.

00:08:08: Also muss man dann für jeden Kostümwechsel auch eine eigene Puppe bauen.

00:08:12: Eine eigene Pappe?

00:08:13: Ja wir können die nicht umziehen.

00:08:14: deswegen gibt's immer für jede neue Kostimierung eine neue Pappe.

00:08:19: da wird ein Drehbuch, ein richtiges Dreh Buch geschrieben wie für einen Film auch und danach baut man dann die Figuren entwirft sie und baut sie.

00:08:29: Das Schöne ist, dass ich von Anfang bis Ende bei diesem Prozess dabei bin.

00:08:34: Ich habe das große Glück, dass sie dann eben nicht eine wertige Zehnung von einem Kostümbildner bekommen, sondern ich kann mich auch durch meine Materialien, die mich umgeben in der Werkstatt inspirieren lassen.

00:08:49: Wenn Sie sich da ganz tolle hellblaue Federn haben, dann war sie dicker des Kostüms.

00:08:55: Manches entsteht in meinem Kopf schon ... weil ich weiß, ich habe diese um jene Materialien zu Hause.

00:09:00: Also es ist so ein Befruchten, ein eigenes, weil man eben weiß was man nur im Fundus hat.

00:09:07: Manches muss man natürlich auch zukaufen.

00:09:09: Aber ja das ist eigentlich eine sehr schöner Prozess.

00:09:13: Er ist aber durch und durch handwerklich.

00:09:15: viele denken, ah das ist so schön und so kreativ!

00:09:18: Der kreatievste Prozess bei seinem Stück ist eigentlich immer nur die Planung später.

00:09:23: wenn dann alles Klar ist, wir brauchen um achtunddreißig Figuren und fünf Bühnenbilder.

00:09:29: Dann ist es Handwerk!

00:09:30: Dann muss man sich hinsetzen, dann muss man sägen und bohren und schleifen und schnitzen und schneidern und mohlen und eben all diese Dinge... Und ja das hab ich mir natürlich auch so im Laufe der Jahre dann auch Learning by Doing selbst beigebracht.

00:09:43: Die Frage wäre zu schief, hast du das gelernt alles?

00:09:45: Ja, eben genau.

00:09:46: also in Bad Hölz am Aronetten Theater hatten wir einen Puppenbauer Oscar Paul den ich immer meinen Lehrer nenne Die Figuren geschnitzt hat, den war Tölz und auch gebaut.

00:09:56: Seine Frau hat sie damals angezogen aber er war gelernter Bühnenbildner, er hatte in München studiert und kam dann über Umwege ans Figurnteater und hat dann eben im Tölze die ganzen Inszenierungen ausgestattet also sowohl die Enthöfe als auch die Realisation.

00:10:12: Und bei ihm habe ich so die Grundkenntnisse des Puppenbauens gelernt.

00:10:18: am Ende ist es aber wie in allen Handwerksbereichen, man findet dann schon so ein bisschen seinen eigenen Weg.

00:10:24: Man muss dann schon nach seinen eigenen Fähigkeiten den Weg gestalten.

00:10:29: Also wenn ich jetzt gut Textil arbeiten kann, dann liegt es vielleicht auch nahe dass ich mehr Textile Arbeitsschritte in meinen Figuren einbaue.

00:10:37: Ich könnte die Puppen komplett aus Stoff machen mit Stoffköpfen oder gefilzten Köpfen.

00:10:44: also das kommt dann immer darauf auf was man eben selbst für Möglichkeiten mitbringt.

00:10:49: Ich habe das Schnitzen auch schon recht früh gelernt.

00:10:52: Mein Papa schnitzt, mein Opa hat geschnitzt und mein Ur-Opa war sogar akademischer Bildhauer.

00:10:58: Also in väterlicher Seite sind alle irgendwie im Schnitzhandwerk gewesen.

00:11:03: deswegen weiter als Kind zu einer Werkstatt und es hat mir Spaß gemacht.

00:11:07: Aber natürlich habe ich keine Schnitzausbildung oder Schneiderausbildung.

00:11:12: Ich hab mir alles einfach selbst beigebracht.

00:11:14: Oft ist es aber... zwar ein etwas längerer Weg vielleicht, um zum Ergebnis zu kommen.

00:11:20: Aber man geht vielleicht einen anderen Weg den man nicht gehen würde.

00:11:24: wenn man es gelernt hat.

00:11:25: und gerade beim Puppen anziehen ist das eine ganz eigene Wissenschaft denn ich kann jetzt für so eine Maronette nicht ein Hosen Schnitt aufstellen liefern Menschen Das muss ja alles immer mit Berücksichtigung der Beweglichkeit passieren.

00:11:42: Und da muss man eben wissen, wo braucht man vielleicht mehr Stoff damit die Figur überhaupt das Bein so hoch heben kann?

00:11:50: Wo ist es zu viel Stoff?

00:11:52: Also dort gibt's wirklich.

00:11:54: Das ist eine Wissenschaft für sich aber das macht natürlich wahnsinnig viel Spaß alles herzustellen und am Ende dann ja auch damit tatsächlich... bei jeder Vorstellung zu spielen.

00:12:06: Das ist ja dann eben nicht ein Bild des Fertiges und man hängt sich an die Wand, man schaut es vielleicht täglich an.

00:12:11: Nein das bleibt für uns sehr ständig lebendig in Bewegung – das ist natürlich

00:12:17: was ganz Tolles!

00:12:18: Dass du selber spielst oder dazu kommen wir jetzt noch, du stehst ja auch mit anderen gemeinsam auf der Bühne beziehungsweise darüber wie ich gelernt habe, auf der sogenannten Brücke.

00:12:28: Vielleicht kannst Du es noch ein bisschen verraten, wie all das, was entsteht zum Leben erwacht?

00:12:34: Meine Berufung ist das Maronetten spielen.

00:12:37: Das Bauen ist notwendig, wir brauchen etwas zum Spielen.

00:12:42: aber eigentlich bin ich in diesem Theater und mache diesen Beruf weil es mir ums Spielen geht.

00:12:48: also das ist meine größte Passion und Leidenschaft.

00:12:52: Ich bin bei jeder Vorstellung mit dabei.

00:12:54: genau die Stücke die wir spielen.

00:12:57: in Lindau werden zwischen fünf und sieben Personen benötigt, insgesamt sind wir momentan zwölf Personen im Team.

00:13:04: Wir stehen bei jeder Vorstellung fürs Publikum nicht sichtbar.

00:13:08: über den Marinetten als Zuschauerinnen und Zuschauer sieht man nur die Marinetten das Bühnenbild und die Fäden sind so lange dass wir eben darüber stehen können.

00:13:18: etwa zwei Meter sind die Fähden lang?

00:13:19: Zwei

00:13:20: Meter lange fäden

00:13:21: Genau!

00:13:21: Und alles was auf der Bühne passieren soll müssen wir mit dieser Übersetzung machen.

00:13:26: Also unser eigentliches Instrument ist nicht die Puppe, sondern das sogenannte Spielkreuz also das was wir oben in der Hand haben.

00:13:34: Wo die Fäden befestigt sind am einen Ende und dem anderen Ende an der

00:13:37: Puppel?

00:13:38: Genau!

00:13:38: In unserem Fall ist dieses Spielkreuze sehr klein.

00:13:41: Das sind lauter solche Hölzer, die miteinander verbunden sind und je nachdem wie man diese Hölze, dieses Kreuz kippt und dreht und neigt, bewegt sich entsprechend unten die Figur.

00:13:52: Wir haben eigentlich relativ selten einen einzelnen Faden in der Hand.

00:13:56: Die Fäden sind auch nicht lose sondern sie sind wirklich oben festgeknotet.

00:14:00: Und das Spielkreuz mit dem wir eben arbeiten ist etwas Besonderes.

00:14:05: Es gibt nur noch eine Handvoll Theater weltweit die mit dieser besonderen Spültechnik arbeiten.

00:14:10: Seit Jahrzehnten ist diese Spül Technik sogar im materielles Weltkulturerbe

00:14:16: Die ihr nach wie vor

00:14:17: betreibt?

00:14:17: Die wir nach wie Vor betreiben.

00:14:19: Also das ist im Prinzip auch eine Verbindung, nicht nur dass dieses Spielkreuz ist kulturell sondern eben auch die Art dieses Puppenbaus denn es gehört zusammen so wie die Puppe gebaut wird von ihrer Beweglichkeit von ihren Gelenken muss dann eben auch das Spielkreuze darüber entsprechend gestaltet sein.

00:14:40: Man muss also schon zum Bau der Puppewissen mit welcher Technik wird die später... Bewegt.

00:14:47: Unseres ist eigentlich ganz, ganz einfach konzipiert.

00:14:50: es hat nur elf Fäden die notwendig sind um die Figur deren Gliedmaße alle zu bewegen.

00:14:57: aber es gibt natürlich auch immer wieder Maronetten die besonders viele Möglichkeiten der Bewegung benötigen.

00:15:04: zum Beispiel ein Soldat der salutieren musste muss sich ganz gezielt mit der Hand an die Stirn fassen oder eine Tänzerin die ganz elegant ihr Bein bis zum Ohr hoch macht.

00:15:15: Also das wird dann immer eben über zusätzliche Fäden gesteuert, aber eigentlich ist es das Besondere dass es möglichst wenig Fäde sind mit möglichst wenig fäden möglichst viel auszudrücken.

00:15:26: und das ist die Kunst.

00:15:28: Eure Programme nach welchen Kriterien wählt ihr die Stücke aus, die ihr zeigt?

00:15:33: Ja also wir wollten wie gesagt ja eben das

00:15:35: Musiktheater

00:15:36: mit Figuren zeigen.

00:15:37: deshalb orientiert sich unsere Petra vor allem an den Schlagern der Oper, also die populärsten Opern gibt es eigentlich alle bei uns zu sehen und zu hören.

00:15:51: Es ist besondere auch in deutscher Sprache, Babier von Seville jetzt zum Beispiel, da er ist ja eigentlich auf Italienisch.

00:15:59: Wir haben aber eine wunderbare deutsche Aufnahme, wir haben aber auch im Laufe der Jahre dann gemerkt, wir möchten schon nicht nur Opernpublikum ansprechen sondern eben unser Repertoire insofern etwas öffnen, dass man auch Schauspiel anbietet.

00:16:17: Und so haben wir dann auch Oper retten im Programm jetzt aber eben auch so etwas wie Dr.

00:16:23: Faust als Schauspiel oder die bayerische Komödie dem Brandner Kasper, weil wie man hört komme ich ja nicht vom Bodensee sondern aus dem Oberbayerischen.

00:16:34: und Genau, diese Produktion von Brandner Kasper kommt sogar aus meiner Heimatbühne aus Bad Tölz.

00:16:41: Die haben wir als Dauerlei-Gabe hier und bieten die auch an.

00:16:45: meistens im November gibt es den Brandner Casper weil mir das schon wichtig ist, wir wollen jetzt nicht nur ein spezielles Publikum ansprechen sondern eben ja Leuten vielleicht die mit Musik so viel zu tun haben trotzdem was

00:17:01: anbieten können.

00:17:02: Ich habe noch eine Sache vorher vergessen und zwar, ich könnte mir vorstellen da ist doch bestimmt der Wunsch bei den Gästen, bei den Besucherinnen und Besuchern da dass die mal hinter die Kulissen schauen wollen.

00:17:12: Dass sie sich die Marionetten anschauen dürfen.

00:17:14: Gibt es die Möglichkeit?

00:17:15: Kann man bei euch so ein bisschen Backstage...

00:17:17: Ja bei uns ist das besondere, dass man nach jeder Vorstellung hinter die Bühne gehen kann Und da stehen wir dann für alle Fragen- und Antworten zur Verfügung.

00:17:29: Wir wissen, Das besondere Highlight ist, das ist so wie wenn man eine Zauberer-Show anschaut und am Ende sieht man, wie die Jungfrau zersägt wird.

00:17:39: Und die zeigen das ja nicht so gerne?

00:17:40: Es ist

00:17:40: ein bisschen desillusionierend.

00:17:43: viele unserer Gäste sagen auch was!

00:17:45: Das sind doch nicht die Figuren, die wir gerade gesehen haben.

00:17:47: Das ist doch alles viel größer gewesen und es war doch ein richtiges Schloss dahinten.

00:17:52: Aber das anders wirkt durch die Perspektive auf der Bühne?

00:17:54: Das Besondere ist eben an dieser Guckkastenbühne, wenn man als Zuschauer nur die Figuren und das Bühnenbild sieht, dass man keinerlei Vergleichsmöglichkeit hat.

00:18:03: Wie groß das tatsächlich alles ist?

00:18:06: Ja, es ist schon ein bisschen desillusionieren für die Gäste aber andererseits verstärkt es nochmal was da passiert ist gerade also wie man sich so täuschen kann, wie man nicht so eine Illusion hingeben kann... Also es schmälert nicht das Erlebnis sondern eigentlich hebt es das ganze noch mehr an.

00:18:27: Es ist genau das Gegenteil.

00:18:29: Wir haben natürlich auch schon Zuschauerinnen und Zuschauer, die bewusst diesen Blick nicht machen.

00:18:33: Aber bei den meisten Sieg natürlich die Neugierde oder einfach diese Möglichkeit Fragen zu stellen weil viele haben natürlich hundert Fragen sagen was sind denn die Puppen?

00:18:45: Und was sind die Fäden?

00:18:48: Wer sinkt denn da?

00:18:50: Also gibt es ganz viele Fragen nach der Vorstellung.

00:18:54: viele darauf warten, dass sie danach natürlich grüne dürfen.

00:18:57: Auch wenn wir vielleicht schon zwei T-Shirts durchgeschwitzt haben, weil er es schon wieder sehr anstrengend war... Wir nehmen uns da immer sehr gerne die Zeit, weil ich weiß ja bis mir geht, wenn ich bei Kollegen zuschaue.

00:19:08: Da möchte man noch so viel fragen und da ist man noch euphorisch und da is mal so angesteckt und man möchte einfach noch soviel wissen und fragen.

00:19:18: Und deswegen bieten wir das nach jeder Vorstellung an.

00:19:23: ganz selten ist es nicht möglich, weil dann vielleicht eine Parallelveranstaltung hier im Stadthertag stattfindet oder wir eine Doppelveranstalterung haben und danach gleich umbauen müssen.

00:19:35: Aber ein wenigstens ein kurzer Blick ist meistmöglich.

00:19:38: Bernhard Leismüller Gründer-Leiter der Lindauer Marionettenoper ganz herzlichen Dank für das Gespräch!

00:19:44: Ich danke für den Besuch.

00:19:47: Das war der Bodensee Podcast.

00:19:49: Und was soll ich diesmal noch hinzufügen?

00:19:51: Lasst euch verzaubern in der Lindauer

00:19:53: Marionettenoper

00:19:54: und wagt, wenn ihr wollt den Blick hinter die Kulissen.

00:19:57: It's a kind of magic!

00:19:59: Manche Magie wird umso schöner je mehr man weiß, was eigentlich dahinter steckt.

00:20:05: Alle Infos für euren Besuch findet ihr wie immer in unseren Show Notes.

00:20:08: Mein

00:20:08: Name ist Peter Meisterhans.

00:20:10: Ich sage vielen Dank fürs Zuhören

00:20:12: und bis zum nächsten Mal.

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